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Kein Windpark im Echzeller Wald
Die SPD-Echzell entschied sich gegen ein einzelnes Windrad im Echzeller Wald. Aber das ist doch für die Umwelt. Warum also dagegen und nicht dafür. Erfahren Sie hier mehr über unsere guten Gründe für ein Veto.
SG | 12. Januar 2018
Kein Windpark im Echzeller Wald
Rede in der Gemeindervertreter Sitzung von Simone Geist Die Planung sieht die Entwicklung und den Bau von 4 Windrädern mit einer Nabenhöhe von 165 m, und damit insgesamt von einer Höhe von je 240 m, im Gemeindewald Echzell und Ranstadt, vor. Davon soll ein Windrad im Waldgebiet Echzells stehen. Da die Windenergieanlagen im Verbund angeordnet werden sollen, muss man den gesamt entstehenden Windpark betrachten. Je Windrad wird eine Fläche von ca. 5.000 qm Wald während der Betriebsdauer von etwa 20 Jahren dauerhaft gerodet. Für die Bauphase ist zusätzlich für Zufahrtswege eine Fläche von ca. 2.500 qm Wald je Windrad zu roden, welche jedoch nach Errichtung der Windräder aufgeforstet werden soll. Nicht berücksichtigt sind dabei Baumaßnahmen, die für die Anbindung an das Stromnetz notwendig sind. Für 4 Windräder wäre somit eine Gesamtfläche von ca. 20.000 qm Wald dauerhaft gerodet. Man kann daher sagen, dass eine nicht unerhebliche Fläche des Waldes in einen Industriepark umgewandelt werden soll. Die Nennleistung der 4 Windräder wird pro Windrad auf ca. 3,7 Megawatt bei optimaler Windhöffigkeit geschätzt. Ausgegangen wird von einer Windhöffigkeit von 5,75 m/s. Die Berechnungen der Windhöffigkeit basieren auf der vom TÜV Süd erstellten Windpotentialkarte für das Land Hessen und sind mit 5,75 m/s an der untersten Grenze der Rentabilität. Mit den zu erwartenden Ungenauigkeiten aufgrund von Verwirbelungen und Turbulenzen ist mit einer Reduzierung der Windhöffigkeit von bis zu 0,3 m/s zu rechnen. Der Standort ist damit absolut überbewertet. Windparks, wie beispielsweise in Kefenrod oder Rabenau, bleiben 15 – 20 % hinter den Prognosen zurück. Das Versprechen, dass mit der Stromerzeugung bis zu 11.600 Haushalte versorgt werden können, darf daher und aufgrund der erheblichen Windschwankungen, stark angezweifelt werden. Das Argument, dass im Vergleich mit der Stromerzeugung in konventionellen Kraftwerken die Windenergie deutlich günstigere Produktionskosten verursacht, muss an der Stelle ebenfalls kritisch hinterfragt werden. Nach neusten Richtlinien muss der Betreiber den vollständigen Rückbau garantieren. Jedoch darf man sich die Frage stellen, was passiert, wenn der Betreiber den Rückbau nicht komplett, also inklusive Bodenplatte durchführt. Eine Aufforstung wird dadurch unmöglich. Für den Grundstückseigentümer, die Gemeinde Echzell, entsteht bei eventuellen nicht absehbaren finanziellen Schwierigkeiten des Betreibers, das Risiko am Ende der Laufzeit komplett für den Rückbau aufkommen zu müssen. Was für die Gemeinde ein nicht kalkulierbares finanzielles Risiko darstellt. Berücksichtigt man nun bei der Rentabilitätsbetrachtung der Windräder neben den jährlichen Pachteinnahmen von ca. 35.000 und einer Einmalzahlung bei Baubeginn von 10.000€, die entstehenden Umweltschäden im Wald und das Risiko, der im „worst case“ anfallenden Rückbaukosten, so dürfte sich das Projekt Windkrafträder im Gemeindewald Echzell und Ranstadt wohl kaum lohnen. Die verpflichtende Vorgab der Landesregierung 2% der Landesfläche als Vorranggebiet zur Nutzung von Windkraftanlagen auszuweisen, ist ganz offensichtlich nur möglich, in dem Flächen als Vorranggebiet ausgewiesen werden, für die noch vor einigen Monaten harte Tabukriterien galten. Aus harten Kriterien, die die Umwelt schützen sollen werden plötzlich weiche Kriterien gemacht. Landschaftsschutz und Artenschutz spielen bei der Ausweisung der Vorrangflächen nur noch eine untergeordnete bzw. gar keine Rolle mehr. Selbst vor dem Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten macht man keinen Halt mehr. Der zerstörende Eingriff in das Ökosystem des Waldes, die Gefährdung der Vögel (z.B. Rotmilan), der Fledermäuse und die Einschränkung des Lebensraumes der Waldtiere und Pflanzenwelt führt jeden ökologischen Gedanken im Zusammenhang mit Windenergie zum ad absurdum. Die Reduzierung des Erholungswertes, die dominante Wirkung der Windkraftanlagen, der Schattenschlag, nächtliche Blinklichter, Brandgefahr im Wald und der Infraschall, der zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen kann, dürfen ebenfalls nicht unberücksichtigt bleiben. Es ist unsere Aufgabe unseren Wald vor solchen Schäden zu schützen und für künftige Generationen zu erhalten. Sicherlich sind neue Formen der Energiegewinnung notwendig, vor allem nachhaltige. Rechtes Maß und Ziel ist von Nöten. Blinder Aktionismus ohne Fakten zu betrachten, ist in unseren Augen sicherlich der falsche Weg. Die SPD-Fraktion kritisiert vor allem die Ausweisung von Vorrangflächen um jeden Preis die Abschaffung des Landschafts- und Artenschutzes die dauerhafte Rodung großer Waldflächen den zerstörenden Eingriff in das Ökosystem die fehlende Rentabilität der Windkraftanlagen nicht kalkulierbare Risiken und Kosten das negatives Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Gemeinde Echzell Daher stimmen wir der Empfehlung des Gemeindevorstandes, dass auf gemeind- lichen Flächen keine Windkrafträder aufgestellt werden sollen, uneingeschränkt zu. Zur Rede Oliver Stoll in der Gemeindevertretersitzung hier weiterlesen
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