FE | 18. Februar 2021

Dorfentwicklung planen

Unsere Heimatgemeinde nachhaltig gestalten

Der Zustand und der bauliche Rückstau des gemeindlichen Immobilienbestandes machen mich sehr betroffen. Um einen genauen Überblick über den baulichen Rückstau aller gemeindeeigenen Gebäude zu erhalten, brachte die SPD Echzell bereits in der 3. Sitzung der Gemeindevertretung am 11.07.2016 einen Antrag zur Erhaltung des Gebäudebestandes ein und beschloss - gegen die Stimmen von CDU und Bündnis 90/ Die Grünen - den Gemeindevorstand aufzufordern, eine Bestandsaufnahme durchzuführen, die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten aufzulisten und mit belastbaren Schätzkosten zu belegen.

Diese Bestandsaufnahme ist zwischenzeitlich erfolgt. Somit liegen nun erstmals konkrete und aktuelle Zahlen vor! Obwohl in den letzten 5 Jahren, beispielsweise durch die umfangreichen brandschutztechnischen Ertüchtigungen im Rathaus, bereits einige Maßnahmen umgesetzt wurden, beläuft sich der geschätzte bauliche Rückstau derzeit noch immer auf über 1.000.000,- Euro. Hier gilt es in der nächsten Legislaturperiode im Sinne eines modernen Gebäudemanagements die stetige ganzheitliche Betrachtung der Immobilien einzuführen um dadurch die Funktionalität und Qualität zu erhöhen und gleichzeitig die Bewirtschaftungskosten zu senken.

Durch regelmäßige und intensive Betriebsführungsrundgänge durch und um die Gebäude kann sichergestellt werden, dass bauliche Schäden sowie Schäden an technischen Anlagen frühzeitig erkannt und behoben werden können. Jeder Hausbesitzer weiß: Je früher ein Mangel erkannt und beseitigt wird, desto geringer sind die Kosten für dessen Beseitigung. Allein dies führt in der Regel bereits zu einer deutlichen Reduzierung der Bewirtschaftungskosten, die mit 78% den Löwenanteil der Lebenszykluskosten einer Immobilie darstellen.



Dafür müssen selbstverständlich die nötigen Personalkapazitäten vorhanden sein. Der Bauhof unserer Gemeinde verfügt über sehr gut ausgebildetes Fachpersonal. Dieses Personal wird aktuell teilweise für Tätigkeiten eingesetzt, für die es deutlich überqualifiziert ist.

Hier gilt es durch den Einsatz externer Unternehmen, beispielsweise im Bereich der Grünpflege und der Straßenreinigung sowie durch eine Verschlankung der Bürokratie, neue Wege zu gehen. Das Büro Heimann Consulting hatte in der 24. Sitzung der Gemeindevertretung am 11.11.2019 den Bericht der Organisationsuntersuchung des Bauhofs der Ge-meinde Echzell vorgestellt und darin die erforderlichen nächsten Schritte aufgezeigt.

Innovative Wege müssen auch beim Thema Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen auf gemeindlichen Flächen eingeschlagen werden. Grünflächen mit Bäumen sind für die Attraktivität und das Wohlbefinden enorm wichtig. Auch auf Spielplätzen und kommunalen Flächen sorgen Bäume für Schatten, gute Luft und einen hohen Erholungswert. Für die Gemeinde bedeuten Bäume aber auch, dass diese im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht regelmäßig auf verschie-dene Kriterien wie Standsicherheit, Krankheit oder Astbruch kontrolliert werden müssen, denn von Bäumen darf keine Gefahr ausgehen. Diese Baumkontrollen erfolgen mit Hilfe eines Baumkatasters, dass es ebenfalls dringend einzuführen gilt. Ein solches Verzeichnis erfasst jeden einzelnen Baum – analog oder digital – und macht ihn eindeutig identifizierbar. Anhand dieses Katasters können Baumkontrollen sicher ausgeschrieben und Baumpflegemaßnahmen rechtssicher dokumentiert werden.